Mode zwischen originellem Kopieren und kopierten Originalen

Prof. Dr. Antonella Giannone – Kunsthochschule Berlin Weißensee

Das Neue hat in der Mode eine durchaus besondere Bedeutung. Nicht selten weisen „neue Moden“ auf kreative Techniken und Strategien hin, die sich de facto auf das Kopieren und Zusammensetzen von bereits existierenden Elementen aus historischer Kleidung, der Kunst sowie den unterschiedlichsten Bereichen der visuellen Kultur zurückführen lassen. Mit absoluter Freiheit reproduzieren Designer_innen berühmte Gemälde, Skulpturen, Architekturen auf Stoff. Regelmäßig lassen sie die Mode vergangener Epochen mit leichten Variationen in anderen Zusammenhängen neu aufleben, entwickeln ihre Motive und Erkennungsmerkmale weiter oder übersetzen sie in andere Materialitäten, Proportionen und Dimensionen.

Dieses mehr oder weniger offen gestandene Kopieren wird in der Mode meistens als Zitat, Hommage oder kunstvolles bzw. ironisches Plagiat gedeutet. Kopieren heißt aber in der Mode auch Fälschen, das unautorisierte Herstellen von Kopien, welche über inoffizielle Kanäle zirkulieren und somit die Illusion der signierten Mode und der damit verbundenen Signifikaten auf wesentlich günstigere Art und Weise bedienen.

Der Vortrag setzt sich anhand von typologischen Beispielen mit den diversen Bedeutungen vom Kopieren in der Mode auseinander und sucht nach modespezifischen sowie transversalen Aspekten dieser kulturellen Praxis.

 

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