Von der Unschützbarkeit guter Ideen und der Unklaubarkeit guter Werke

Vivien Bronner – Dramaturgin

‚Paste‘ gab es immer schon. Früher komplett ungeahndet. In heutigem Sinne wurde das Urheberrecht erst im späten 19. Jahrhundert etabliert. Das Urheberrecht versagt nicht nur an den technischen Gegebenheiten der Moderne. Gute Ideen als Basis für konventionelle und erfolgreiche Werke sind kaum schützbar.

Andererseits werden große oder erfolgreiche Werke immer schon geklaut. Damit sind nicht illegale Downloads o.ä. gemeint. Sie werden von anderen Kreativen geklaut, die ihrerseits Werke erschaffen. Mit wenigen Ausnahmen sind die ‚Aufguss’werke aber ohnehin entweder schwach, oder sie sind so anderes und mit neuen kreativen Inputs gestaltet, dass Ähnlichkeiten nicht mehr erkennbar, auf jeden Fall nicht mehr klagbar sind.

Man kann das Urheberrecht grundsätzlich in Frage stellen. Historisch gesehen ist es ziemlich neu und schützt bei genauer Betrachtung weder Kreative noch Konsumenten. Es dient einzig dem Zweck, Geldflüsse zu regeln, und zwar oftmals höchst unfair.